Die Griots auf der Leinwand
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Radiolounge am Di, 14. Oktober 2008, 21 Uhr
"Die Griots auf der Leinwand"
Zum Verhältnis von mündlicher Überlieferung, Literatur und Film in Afrika
Von Karl Rössel
Dieses Feature untersucht das komplexe Verhältnis von mündlicher Überlieferung, Literatur und Film in Afrika anhand ausgewählter Beispiele, die zugleich Einblicke in die Geschichte, die aktuelle gesellschaftliche Realität, die Erzähltradition und das Filmschaffen des Kontinents bieten.
Schon der Name des Filmemachers Dany Kouyaté aus Burkina Faso verweist darauf, dass seine Vorfahren zu den traditionellen Bewahrern von Geschichte und Geschichten gehörten, die in Westafrika „Griots“ genannt werden. Über Jahrhunderte war es die Aufgabe der Kouyatés und anderer Familien, historische Begebenheiten, Mythen und Legenden nachwachsenden Generationen zu vermitteln. Die "Griots" bewahrten auch die Erfahrungen der Afrikaner mit den Kolonialherren aus Europa vor dem Vergessen. Als Regisseur führt Dany Kouyaté diese Tradition fort, indem er Spielfilme dreht, die auf mündlichen Überlieferungen beruhen, und in denen „Griots“ tragende Rollen spielen.
Auch die Literatur und das Theater des Kontinents liefern den afrikanischen Filmemachern Vorlagen für ihre Drehbücher. In vielen der afrikanischen Filme wird Europa ein kritischer Spiegel vorgehalten. Auch gibt es Romane von afrikanischen Autoren, in denen der Einfluss der westlichen Kinokultur auf ihre Gesellschaften ironisch beschrieben ist.
Diese Sendung untersucht das komplexe Verhältnis von mündlicher Überlieferung, Literatur und Film in Afrika anhand ausgewählter Beispiele, die zugleich Einblicke in die Geschichte, die aktuelle gesellschaftliche Realität, die Erzähltradition und das Filmschaffen des Kontinents bieten.
Wir bringen das Feature zu Gehör in Kooperation mit dem 10. Afrikanischen Filmfestival in Köln


