Borderline - oder: Der endlose Weg
Die Radiolounge am Dienstag, 10. Februar:
Borderline - oder: Der endlose Weg
Junge Afrikaner und ihr Drang nach Europa
Als Ibrahim Outtara sich auf den Weg nach Europa machte, war er 21 Jahre alt. Er kam aus einem bürgerlichen Elternhaus in der westafrikanischen Elfenbeinküste, hatte die höhere Schule und eine Ausbildung abgeschlossen und einen Arbeitsplatz in Aussicht.
Trotzdem wollte er weg: weil jeder, der jung und cool war, nach Europa ging, und weil er vom Leben mehr wollte als nur das Lebensminimum...
Vier Jahre lang war Ibrahim Outtara unterwegs: erreichte die Küste nach einem lebensgefährlichen Marsch durch die Wüste, überlebte die Überfahrt, kam in Europa an, pflanzte in den nächsten beiden Absätzen eine Anzeige hierhin, wurde abgeschoben, machte sich wieder auf den Weg – und wieder zurückgeschickt.
Immer noch wollte er weg. Alle Jungen, die was auf sich hielten, gingen nach Europa und wollten mehr als das Existenzminimum.
Er war nicht der Einzige. Viele wollen das Leben anders, verschiedene Orte, Kulturen und Sprachen erfahren. Neue Erfahrungen machen, in einer Großstadt leben - während viele Städter aus den Megacities der Welt nichts weiter als an einen ruhigeren Platz wollten (und dabei vielleicht Partypoker mit nehmen!), wollte er die belebteren Gegenden sehen, die die Welt zu bieten hat.
Als er genug gesehen hatte, wurde er Schlepper – und dadurch schnell ein reicher Mann.
Doch seine Kontrahenten schafften ihn schließlich aus dem Weg: schlugen ihn in der Wüste zusammen, raubten ihn aus und ließen ihn alleine zurück.
Ibrahim überlebte auch das – und wechselte noch einmal die Seite: Heute arbeitet er für eine Hilfsorganisation und warnt vor den Gefahren der Migration.
(Eine Produktion des WDR und des SWR)
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Die Radiolounge mit Bettina Rühl am Dienstag, 10. Februar 2009 um 21 Uhr, im Kölner Kino Filmpalette, Lübecker Str. 15
Monatlich stellen wir am zweiten Dienstag ein Radiofeature vor und ermöglichen den Dialog mit den Machern des Stückes.


